| Willkommen am Tannberg |
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| " ... ich kam über die hohe Leite vom Tannberg herunter, |
es läutete eben Mittag, und da merkte ich gleich, hier war alles Erdenkliche – Sonne und Schatten, Tag und Nacht,
Schmeißfliegen, Wirtshaus, Kirchenuhr, Telegraphen-drähte. Aber keine Zeit.
Woran ich das merkte, kann ich kaum erklären. Ich hörte die Glocken läuten, ich roch, dass es im
Pfarrhaus
schmalzgebackene Apfelspalten gab. Ich sah den silbernen Wasserstrahl aus einem
Brunnrohr laufen, ich sah,
dass das Postamt geschlossen war.
In einiger Entfernung stand mit gespreizten Beinen ein alter Mann und hackte Holz. Er war so weit entfernt,
dass ich ihn zuschlagen und die Scheiter auseinanderfallen sah, bevor der Hall seiner Axt in mein Ohr drang,
und ich musste denken, dass man gerade darin, in diesem klaffenden Spalt zwischen Wahrnehmungen, der Zeit
eine Falle stellen könne und sie darin einfangen wie eine fahrlässige Maus."
Carl Zuckmayer, Als wär's ein Stück von mir 1966
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